Was steckt in meinem Rucksack für das Jahr 2026? Mit welcher Kamera fotografiere und filme ich eigentlich? Welche Objektive sind für mich ein Muss? Und was für Zubehör kommt sonst noch obendrauf?
Vorab gesagt werden muss, dass ich von keiner Marke gesponsort werde und ich alles an meiner Ausrüstung aus bestimmten Gründen gekauft, oder bevorzugt habe. Darüber möchte ich einfach frei in diesem Blog schreiben, ohne dass sich das hier wie eine aktive Kaufberatung mit monetären Interessen ließt.
Da das nun geklärt ist, fangen wir doch einfach mal bei der Kamera an.
Panasonic Lumix G9M2 … eine … MFT-Kamera?



Richtig, ich fotografiere und filme in 2026 noch mit einer Micro-Four-Thirds Kamera, also einer Kamera mit einem Sensor von der Größe 17,3 x 13,0 mm. Der Hauptgrund dafür sind die Videospezifikationen dieser Kamera, welche für mich in der Preisklasse einfach absolut überzeugt haben und sonst erst bei Vollformatkameras eine Preisklasse darüber zu finden sind. 4k 120p, Open Gate 5,8k 30p, ProRes C4K 60p via externer SSD, also alles was man sich nur wünschen kann. Mein persönlicher Lieblingscodec ist allerdings aktuell 4k 60p 4:2:2 10 Bit ALL-Intra um meinen Aufnahmen mehr Gestaltungsfreiraum in DaVinci Resolve zu geben. Dass diese Kamera auch gute Fotos machen kann, ist, denke ich selbstverständlich. Besonders der Autofokus hat sich im Vergleich zu vorherigen Modellen drastisch verbessert, was besonders bei dynamischen Situationen zum Vorschein kommt. Jetzt ist natürlich der Elefant im Raum, dass diese Kamera in dunkleren Aufnahmesituationen an ihre Grenzen stoßen kann. Allerdings ist mir das bisher noch nicht passiert und mit dem richtigen Equipment zum Support klingt dieses Problem auch dramatischer als es eigentlich ist. Was dieser Sensor den meisten allerdings voraus hat ist die top Bildstabilisierung, was mir bei Aufnahmen aus der Hand eine sehr große Hilfe ist. Gepaart ist die Kamera mit einem Kameracage von Smallrig für zusätzliches Equipment und extra Schutz. Dazu kommen ein Kameragriff, ein SSD-Halter, und ein kleines Rig mit V-Mountplatte, ebenfalls alles von Smallrig.
Was wäre aber die beste Kamera ohne die richtigen Objektive?
Olympus 12-40mm f2.8 PRO, mein aktuelles Go-To Objektiv für quasi alles was man benötigt, wenn man noch nicht genau weiß, was auf einen zukommt. Mit einer Equivalenzbrennweite von 24-80mm VF deckt dieses Objektiv für mich alles zwischen Natur-, Fahr-, Straßen-, Porträt-, und sogar Mountanbikeaufnahmen ab. Besonders gefällt mir an diesem Objektiv der Fokusring, welcher durch Vor- und Zurückschieben zwischen automatischem und einem linearen manuellen Fokus wechselt. Der lineare Fokus ist hier besonders für cinematische Fokusverschiebungen geeignet, da er nicht so inkonsistent ist. Darüber hinaus ist dieses Objektiv vollständig aus Metall und für jedes Wetter geeignet.
Panasonic Lumix 35-100mm f2.8II, mein 70-200mm VF Equivalent für Sportaufnahmen und hier und da für einen besonderen Blickwinkel auf unterschiedliche Motive. Besonders viel lässt sich zu dem Objektiv eigentlich gar nicht sagen, es ist perfekt für das was es tun soll, für Tierfotografie hat es etwas zu wenig Brennweite und für alles andere nehme ich in der Regel das 12-40mm.
Panasonic Lumix 100-300mm f4.0-5.6II, mein Natur- und Tierfotografieobjektiv. Über dieses Objektiv habe ich etwas gemischte Gefühle. Zum einen hat dieses Objektiv keine besonders gute Schärfe bei Offenblende und man ist oft gezwungen auf f5.6 oder sogar f7.1 abzublenden um gute Ergebnisse zu erhalten. Zum Anderen ist der Fokusring an diesem Objektiv manuell wirklich schwer zu drehen, besonders bei kälteren Temperaturen läuft der Fokusring absolut nicht flüssig und hakelt herum. Dafür habe ich dieses Objektiv gebraucht für gerade mal 370€ erhalten und nutze es sowieso nur mit Autofokus, daher sind die Negativpunkte verschmerzbar.
Sigma Contemporary 16, 30 und 56mm f1.4, mein heiliges Trio an MFT-Objektiven. Ursprünglich nur für APS-C Kameras konzipiert, dann aber ebenfalls mit MFT-Mount erschienen sind diese Objektive die interessantesten Objektive für mich und meine Bedürfnisse im MFT-Universum. Das 16mm kommt hier häufig als besonders lichtstarkes Objektiv für Aufnahmen bei Dunkelheit zum Einsatz und ermöglicht auch bei Nacht trotz kleinerem Sensor ordentliche Bilder. Das nächste in der Reihe ist das 30mm, welches ich noch nicht so lange besitze wie das 16mm und 56mm, und noch herausfinde, welche Nische hier am besten bedient wird. Nun aber zum 56mm, meinem absoluten Lieblingsobjektiv. Warum ist gerade das mein Lieblingsobjektiv, mag man sich fragen? Die Kombination aus Brennweite und Lichtstärke macht es besonders für Autofotografie zu einem Traumobjektiv. Besonders die Schärfe und das Bokeh, welches sich für MFT-Verhältnisse sehen lassen kann, sind für mich die großen Stärken dieses Objektivs. Wie immer haben leider auch alle drei Objektive ihre Tücken, was möglicherweise auch daran liegen könnte, dass die Objektivreihe nun schon 7 Jahre alt ist und leider einfach nie ein Upgrade bekommen hat. Alle Objektive leiden bei Offenblende besonders an ausbrennenden Stellen und Reflektionen an chromatischen Aberrationen, genauer grün und magentafarben, was zwar nicht immer, aber leider oft genug, auch mal auffällt. Also Sigma … denkt doch mal drüber nach, einen Käufer hättet ihr auf jeden Fall!
Auch ein Auge in der Luft …
Was für mich auch absolut nicht mehr fehlen darf, ist meine DJI Mini 3 Pro. Seit ca. 1 1/2 Jahren ist sie nun bei mir im Einsatz und für einige der besten Aufnahmen überhaupt verantwortlich. Kreativer Blickwinkel? Kein Problem. Actionshot? Kein Problem. Landschaftsaufnahme? Kein Problem. Ich habe mich bewusst damals für die Mini 3 Pro statt der Mini 4 Pro entschieden, da sie etwas weniger Flugeinschränkungen hat. Zusätzlich wollte ich den Controller mit Screen haben, da ich bereits bei anderen Modellen die Smartphonesteuerung ausprobieren konnte und nur mäßig überzeugt war. Ich kenne mich, und wenn ich etwas vergesse, dann ist es garantiert das eine Kabel als Verbindung zwischen Smartphone und Controller. Also lieber Alles in einem und kein Kleinkram zum Vergessen, oder ein Handyakku, der am Sterben ist. Abseits davon lässt sich die Drohne spielerisch leicht fliegen und ermöglicht durch aktives Tracking und Creative Shots besonders einfach cinematische Aufnahmen zu erstellen. Mein liebstes Einsatzgebiet sind definitiv Auto- und Naturaufnahmen.
Relativ frisch, aber jetzt schon nicht mehr wegzudenken
Für Fahr- und Behind-the-Scenes-Aufnahmen ist in 2025 eine DJI Pocket 3 mit Movemax Saugnapfarm hinzugekommen, was mir besonders dann hilft, wenn ich alleine unterwegs bin. Tracken, losfahren und aufnehmen, danach ein sauberes Colorgrading und voilá, es entsteht instagramreifes Material von der Straße. Gepaart mit einem magnetischen DJI Mikrofon, welches sich nahezu überall befestigen lässt und noch dazu intern 32bit Float aufzeichnet, ist diese Kombination für Motorensounds und Fahraufnahmen unschlagbar.
Ziemlich viele Extras …
Kommen wir als nächstes zu den ganzen Extras, die man eben auch so hat, um seine Arbeit kreativer zu machen. Angefangen bei „Filtern“, ich bin ein riesen Fan von Filtern. Zunächst haben wir da einen Variablen ND Filter, für sauber belichtete Videos absolut notwendig. Als nächstes ein CPL Filter, hilft gegen Spiegelungen und Reflektionen im Autolack, was besonders bei schwarzen Autos einen großen Unterschied machen kann. Dazu kommt noch ein 1/8 Black Mist Filter, welcher mein persönlicher Lieblingsfilter ist. Du brauchst einen retro oder cinematischen Look oder willst Überbelichtung zu deinem Vorteil nutzen? Dein Freund ist definitiv ein Black Mist Filter! Alle meine Hauptfilter sind übrigens von Nisi-Filters, womit ich bisher sehr zufrieden bin. Daneben sind meine Drohne und meine DJI Pocket ebenfalls mit ND Filtern ausgestattet, für Actionaufnahmen nun mal ein Muss. Zusätzlich hat die DJI Pocket ebenfalls einen Black Mist Filter.




Ein weiteres wichtiges Tool in meinem Rucksack ist mein Ninja Shinobi II Monitor. Falsecolor, Lut-Integration, ein gestochen scharfes Anzeigebild. Alles davon ist für Videografen ein Segen und ich sage euch: ein zusätzlicher Monitor zu eurem kleinen Kameradisplay wird einen großen Unterschied machen. Nicht nur, dass euer Rig plötzlich auch viel professioneller aussieht, nein, ihr könnt euch auch zu jeder Zeit auf euren Fokus verlassen und zusätzlich Klienten das Material mit Beispiel-Lut auf einem größeren Bildschirm zeigen. Gepowert wird das gesamte Rig entweder aus einem V-Mount Akku mit 99Wh, oder Monitor und Kamera getrennt voneinander, je nachdem was gerade einfach praktischer ist. Wenn die Kamera zum Beispiel nicht zum Fotografieren verwendet wird, bastle ich alles an den V-Mount. Muss ich aber zwischen Foto und Video wechseln ist es besser wenn beides separat Power hat.
Für guten Ton setze ich, abgesehen von dem fest gekoppelten DJI Mic, auf RØDE Mikrofone. Auf meiner Kamera für Atmoaufnahmen sitzt ein einfaches Videomic und für gezielt guten Ton in Situationen mit Sprechern, habe ich noch das Wireless Pro Kit. Beides hat mich bisher immer überzeugt und ist super vielseitig einsetzbar.
Ansonsten ist bei Bedarf natürlich noch Licht vorhanden in Form eines kleinen Lichtkoffers mit drei kleinen Flächenleuchten und Stativen. Zusätzlich habe ich noch eine kleine, magnetische RGB-Leuchte, die sich gut für dezente Objektausleuchtung in Szenen eignet.
Überraschung!
Da du dir nun so fleißig den Beitrag durchgelesen hast, habe ich hier noch ein kleines Extra für dich. Je mehr Equipment mit der Zeit hinzugekommen ist, desto mehr hab ich gemerkt, dass sich das Hobby Kamera/Foto/Video auch ein wenig wie ein Sammelspiel angefühlt hat. Du fängst an Kameras und Objektive zu vergleichen und plötzlich gibt es da dieses Nischenprodukt welches du unbedingt haben musst, weil es dir so ein besonderes Gefühl beim Fotografieren wieder gibt. Ein Gefühl, das du ganz am Anfang hattest, als du mit Fotografie angefangen hast und alles neu entdeckt hast. Für mich ist das meine Panasonic Lumix GX80 in Kombination mit einem Panasonic Lumix 20mm f1.7II. Beides habe ich für zusammengerechnet rund 200€ auf Ebay gebraucht gefunden, wobei man aber sagen muss, dass sowohl die Kamera, als auch das Objektiv in absolutem Top-Zustand waren. Weniger als 1000 Auslöser auf der Kamera und das Objektiv hat noch metallisch geglänzt wie am ersten Tag. Das sind nun meine kleinen Schätze, die mich wirklich oft auf Ausflüge, Wanderungen, oder sogar im Alltag begleiten, wenn die große G9M2 zu Hause bleibt. Wenn es eine perfekte Kombination aus Kamera und Objektiv gibt, dann ist es definitiv diese.








Vielen Dank für´s Lesen dieses Beitrags, lasst gerne einen Kommentar da. Mich würde interessieren womit ihr so ins neue Jahr startet!
